Label to watch: Yallentins


Take it - wear it - love it - YALLENTINS

Man denkt ja immer, dass die wirklich “szenigen” Labels mindestens aus einer Metropole stammen: Die vom Land haben doch gar keinen Plan was gerad der “deep shit” ist. Falsch! Sebastian Sickinger ist Macher des Streetwearlabels YALLENTINS und hat trotz des geografischen Landeicharakters wieder eine Kollektion kreiert, die den Style mit Löffeln gefressen hat! Mit Sitz in Nehren, Baden-Württemberg, produziert er seit Frühjahr 2008 Kleidung für alle Liebhaber des Brettsportsegments und entspannter Straßenkultur. Angefangen 2006 mit einer selbstgenähten Snowboardjacke, ist die Kollektion heute um weitere superlative Teile wie Hoodies, T-Shirts, Jacken und Accessoires für Männer und Frauen gewachsen. Alles geziert mit stilfetischistischer Printpropaganda, gedruckt auf feinstem Textil. Shirts liegen bei 28 Euro, Hoodies kosten 50 Euro im VK. Sonderanfertigungen für Snowboardjacken oder limitierte Kleinserien wecken den Style-Instinkt. Bislang virtuell erhältlich im hauseigenen Online-Shop, bei Risiko Fashion in Tübingen oder Ski-Nill in “Downtown” Nehren.

Yallentins clothing / Sebastian Sickinger / Tübingerstr. 15/2 / 72147 Nehren / phone 0049.0177.2922935 / Fax 0049.07473.25282 / basti@yallentins.de / www.yallentins.de



Label to watch: LOOKY LOOKY


Gutes Ware, isch schwöre! - !LookyLooky!

Nein hier will ihnen kein Inder gefälschte Rolex andrehen, das hier ist tragbarer Lifestyle für die Brustpartie. !LookyLooky!  der Name ist Humor, der Style knallt in die Köpfe wie die Mixtur eines Long Island Ice Teas mit ganz viel Mayonnaise. Vor 2,5 Jahren haben die drei Berliner Freundinnen Conny, Julia und Luise angefangen T-Shirts für den Eigenbedarf zu produzieren. Nach kurzer Zeit wurde jedoch ihr gesamter Freundeskreis heiß auf die !LookyLooky!  Shirts. Unter dem Slogan „Crew Love is true Love“ produzieren sie heute vier Mal jährlich kleine T-Shirt Kollektionen aus jeweils drei Basic Shirts (35 Euro VK) für ihre Posse. 70% der Shirts gehen an Freunde, 30%  durch reguläre Bestellungen. „Spontane“ Drucke werden weder im Webshop noch bei den Retailern verkauft. „Die sind nur für die Crew.“, erklärt Luise. Rohware sind American Apparel Männer Slim Shirts, deren unisex Fit auch den Taillen der Girlz schmeichelt. Für die Zukunft sind zusätzlich Accessoires wie Sonnenbrillen und Handtaschen geplant und irgendwann ganz reich zu werden mit allem drum und dran. Erhältlich derzeit bei Van Liebing und Search and Destroy in Berlin oder auf www.lookylookyposse.de. Also: „Schuss du Opfah und voll so Yeah cool, wa?“
Biesalski & Dreher UG / Oranienstr. 183 / 10999 Berlin / Tel: 030 - 26 55 70 11 / Fax: 030 - 26 55 70 13 / hello@lookylookyposse.de / www.lookylookyposse.de



Label to watch: Le Fou Fou


C´est fou, C´est  Le Fou Fou

„Ich habe alle meine Kleider weiss angemalt, meine Fenster, meine Koffer, meine Stifte und meine Tante. Als ich fertig damit war, sah ich die Welt mit offeneren Augen.“. Monsieurs et Madames, wir stellen vor: Le FouFou. Mode ohne Anspruch auf aufgeblasenen Intellekt und großes Tam Tam. Die Lady die dahinter steckt heißt Anne Spitzer, Modedesignerin aus Hamburgs kreativ Zentrum POW in Altona, wo sie neben Liebchen Fashion und vielen weiteren jungen Kreativen, ihrem Label das gewisse „ C´est Fou!“ einhaucht.  Von Seide, Jersey, Kunstpelz, Plastik, Gummi oder Pflanzen; jegliche Materialien finden in ihrer Cuisine de Creation Platz und bekommen ein stilsicheres Gesicht. Materialveredelungen mit lauten Färbungen, asymmetrischen Drucken und Graphics in verschiedenen neon Nuancen, geschehen bei ihr alle in Handarbeit. Klare Linienführungen setzen den Gegenpart zum bunten Materialmix und schmiegen sich unglaublich gut an. Preise liegen zwischen 25 Euro für ein Shirt mit Siebdruck und können bis zu 800 Euro hochgehen. Für exklusivere Teile wie beispielsweise ein Kleid aus handbemalter Seide,  bedarf es den Direktkontakt mit Lady FouFou über ihre eigene Homepage www.lefoufou.de. Basics sind derzeit im Hamburger Woolwill Store erhältlich oder in ihrer Homebase dem Kandie Shop an der Wohlwillstraße.
Anne Spitzer / Haubachstrasse 7A / 22765 Hamburg / anne@lefoufou.de / www.lefoufou.de



Label to watch: Deep BMX


Today was a good day – deepbmx



Von blutigen Schienbeinen und jede Menge Schweiß, bis hin zu totaler Zufriedenheit und Harmonie, Frank Lukas und Matti Röse sind mit BMX aufgewachsen. Sie sind die Gründer des BMX Labels deepbmx. Nach jahrelangem Sponsorship von Carhartt oder FELT Bikes, zahlreichen Jams und Contests haben die beiden Flatlander aus Berlin und Koblenz seit Sommer 2008 ihr eigenes „Baby“ am Start. Mit seinen Logoshirts “Today was a good day“, “Flat is dead” oder “More fuckin` BMX” (25 – 30 Euro VK) macht deepbmx klare Ansagen und transformiert den Soul des Flatland BMX (Teildisziplin im BMX die ohne Hindernisse auf ebener Fläche stattfindet) auf tragbares Textil. „Hinter jedem Shirt steckt meist eine persönliche Story. Bislang läuft der Vertrieb über den Homepageeigenen Onlineshop, einigen ausgewählten Stores und direkt auf BMX Contests. Neben T-Shirts produzieren sie neuerdings auch BMX Rahmen, Sattel, und Lenker. Für 2010 sind neben der Hardware im Flatland erst mal Sweater, Caps und Jacken vorgesehen. First things first!

Deepbmx Company / Matti Röse & Frank Lukas / Spreewaldplatz 10 / 10999 Berlin / info@deepbmx.com / www.deepbmx.com



Label to watch: Pleasant Beef


www.pleasantbeef.com

www.pleasantbeef.com

pleasant beef – superior aesthetix for young urban professionals

Keep Streetwear real! Diesen Anspruch hat das Leipziger Label Pleasant Beef. Inspiriert vom Streetart-Underground widmet sich die Marke der sub- und multikulturellen Vielfalt urbaner Ballungsgebiete. Seit René und Robert Mayer 2007 ihre ersten T-Shirts auf den Markt warfen, etablierten sie sich im deutschen Young Fashion Segment zu einem kultigen Independent Label für Herren. Neben zwei Sonderkollektionen kommen mittlerweile zwei Hauptkollektionen in die Auslagen von 50 ausgewählten Streetwear-Boutiquen und Onlineshops. Eine Erweiterung auf vier Hauptkollektionen ist für 2012 geplant. Ab Juli 2011 wird Pleasant Beef zudem in Österreich, Großbritannien und der Schweiz erhältlich sein. Die Produktrange umfasst T-Shirts, Hoodies, Sweater und Longsleeves. Zur Preisfrage: Im Laden müssen die Herren zwischen 29,90 und 39,90 Euro auf die Theke legen und bekommen dafür hochwertige Baumwollqualitäten mit auffällig scharfen Prints. Die aktuelle Kollektion, die ab April 2011 im Handel erhältlich ist, trägt den Namen “devolution” und “global playin’”. Erstmalig gibt es auch eine kleine Kollektion für die Girlz. Hier könnt ihr das komplette Lookbook bestaunen:

Kontakt:
MuM Streetwear GbR, René & Norbert Mayer, 04109 Leipzig/Deutschland, info@pleasantbeef.de, www.pleasantbeef.de

und Jungs: Danke dafür! http://www.pleasantbeef.com/main/brand-news.html



Labels to watch! (Serie)


Nicolette beim Schreibtischaufräumen. Stöbert und stößt auf ihr X-Ray Brandportrait Archiv. 10 Ausgaben à durchschnittlich 10 Markenportraits. Wow, da hat sich über die Jahre ganz schön was angesammelt.

Nur leider waren all diese Texte immer nur einem ganz spezifischen Fachpublikum zugänglich. Eine Vielzahl an Markenportraits die es meiner Meinung nach verdient haben, nicht nur einmalig abgedruckt zu werden und dann womöglich wieder in Vergessenheit zu geraten.

Aus diesem Grund starte ich nun die “Labels to watch” Serie und mache damit mein Archiv einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich. Alles Texte die in den verangenen 2,5 Jahren im X-Ray Magazin abgedruck worden sind. (www.ucm-verlag.at) Pro Tag stelle ich eine Marke vor, inklusive Kontaktinformationen. Wer weiß, vielleicht bekommt ja jemand plötzlich Lust auf nen eigenen kleinen Shop!?



Heliumcowboy Artspace auf Tour! 1st project: “The Alex Diamond Mining Company”


Heliumcowboy Artspace presents: The Alex Diamond Mining Company (USA) “INTO THE NIGHT” Tour

The Alex Diamond Mining Company

The Alex Diamond Mining Company

Wann: 29. Januar - 12. März 2011
Vernissage: 29. Januar, 20 Uhr

Wo: Nice/Nice Exhibition Space
Deisterstr. 55
30449 Hannover

Artist Portrait "The Alex Diamond Mining Company"

Artist Portrait "The Alex Diamond Mining Company"

Ja richtig gelesen: Das Heliumcowboy Artspace löst sich aus den Fängen der festen Räume >  weg von der klassischen Galerie, Road Trip Baby und ab nach Hannover!

Im Stile einer „artist run factory“, wird die frisch gegründete und um jeweils wechselnde und neue Kollaborateure erweiterte THE ALEX DIAMOND MINING COMPANY mit der Ausstellungsserie INTO THE NIGHT auf Tournee gehen. Das entstehende Werk wird im Laufe dieser Tour iterativ anwachsen, sowohl im Bezug auf die Arbeiten als auch auf das Umsetzungsverfahren, die Räume und Orte, etc.

Flyer "INTO THE NIGHT TOUR"

Flyer "INTO THE NIGHT TOUR"

Dabei steht als Haupttechnik das aufwendige Verfahren des Holzschnitts im Mittelpunkt, jedoch als einmalige Positiv-Umsetzung und nicht als Druck (negativ). Orientiert an den traditionellen Werken japanischer Künstler des 18. und 19. Jahrhunderts (Hokusai, Hiroshige), überträgt THE ALEX DIAMOND MINING COMPANY Bezüge dieser Arbeiten in die heutige Zeit: Handwerk, Reisen, Nomadentum,
Urbanität, Tradition …

into the night - 01 | wood carving, acryllic paint, 30 x 50 cm (2011)

into the night - 01 | wood carving, acryllic paint, 30 x 50 cm (2011)

Hier ein bisschen Stoff zum Künstler:

Der Versuch, Alex Diamond zu beschreiben gerät schon bei der Frage nach der Vita ins Stocken: Als Person nicht greifbar, als Künstler nur schwer einzuordnen, ist Alex Diamond mehr Phantasie als Realität. Es geht ausschließlich um das Werk und seine Präsentation, nicht um die Persönlichkeit eines Individuums. Und so erschafft sich Alex Diamond stets neu, wenn er in seinen zumeist monothematischen und inszenierten Ausstellungen in wechselnden Rollen und Charakteren auftritt.

the flying fisherman | wood carving, acryllic paint, 50 x 70 cm (2010)

the flying fisherman | wood carving, acryllic paint, 50 x 70 cm (2010)

Nicht beschränkt durch einen Lebenslauf, eine prägende Ausbildung oder gar einen festen Stil oder Techniken, entwickelt Diamond mit jeder neuen Serie auch eine ganz spezifische Gegenwart für den „Künstler hinter den Bildern“. Dies ist ungewöhnlich, aber ermöglicht auch Freiheiten, die andere Künstler nicht haben. Da ist der Rückweg versperrt, wo Diamond wieder und wieder eine neue Geschichte erzählen kann, denn vor allem das ist Alex Diamond: Geschichtenerzähler, Verführer, Katalysator.Es geht nicht um Personenkult, es ist auch eine Abkehr von der Gewichtung, die die Person des Künstlers heutzutage erfährt. Es geht um die Wandelbarkeit einer immer neuen Inkarnation des Künstlers als Teil seiner Arbeit.

Work in progress

Work in progress

Alex Diamond ist ein Künstler, der augenscheinlich nur durch die Kunst lebt, die er erschafft – er selbst ist die Schnittmenge seiner Arbeiten. Er spielt mit dem Betrachter auf visuellen Metaebenen; in einem Moment gefällig, im nächsten verstörend. Unabhängig von Stilen oder Techniken spiegelt Diamond das Leben und den ständigen Kampf um Besitz, Macht, Überleben und Liebe auf bewundernswert lässige Art.

they come over the falls at night | wood carving, acryllic, 140 x 100 cm (2010)

they come over the falls at night | wood carving, acryllic, 140 x 100 cm (2010)

Künstler-Website: www.demoncatcher.com

Los Leute: Road Trip!



Art @ Bright Tradeshow 2011


Vorweg: Es war mal wieder eine wundervolle Veranstaltung! Ein großes Familientreffen im alten Stasi Hauptquatier an der Normannenstrasse 19 in Berlin. Danke Thomas, danke Marco!

Ein besonderes Schmuckstück bei jeder Bright ist die “Art Bright” Area im 3. Stock. Eine Vielzahl großartiger Künstler wie z.B. die Arty Fartys aus Köln, Faux Ami, Heath Kirchart, Alessandro Zueck Simonetti, basementizid, Superplan, Yohan Collins uvm. präsentierten ihre Werke und boten den Besuchern somit einen Raum zum verschnaufen, aufladen und kreativem Input. Sehr angenehm neben dem ganzen Business Trubel!

Hier ein kleiner Auszug:

Art @ Bright Tradeshow

Art @ Bright Tradeshow

Art @ Bright Tradeshow

Art @ Bright Tradeshow

"Into the Wild" von Yohan Colin  by TWOTHIRDS

"Into the Wild" von Yohan Colin by TWOTHIRDS

Board Design by Stefan Marx aus dem Frankfurter Skateboardmuseum

Board Design by Stefan Marx aus dem Frankfurter Skateboardmuseum

The private Space Berlin

The private Space Berlin

Big Balls, small sausages.

Big Balls, small sausages.

keine Ahnung von wem, aber gut!

keine Ahnung von wem, aber gut!

Westberlingallery?

Westberlingallery?



Art statt Ads: “Superkraft” - das neue Magazin für kreatives (Dunkel)Können


Jetzt kommt’s raus. Soll es zumindest. Bzw. „Sie“ sollen rauskommen, die abends nach 5 (oder waren es 6?) Bier-Ideen gedruckt auf Zeitungspapier. Und das ist super. Besser: Superkraft. WTF ist Superkraft?

Hier ein paar nähere Infos von den beiden Superköpfen themself:

SUPERKRAFT wird eine neue Art-Plattform für Kreative. Das Anti-Portfolio für alle, die zurück zu ihrer wahren kreativen Superkraft wollen. Ein großformatiges Portfolio im Newspaper-Style, mit all den Ideen, die einem näher stehen als die tägliche Pixelschubserei. Mit ausreichend Platz, sein Talent zu feiern und die eingeschlafenen Skills zu wecken.

SUPERKRAFT ist ein Ideenpaper für alle, die in ihrem Kreativjob längst nicht mehr kreativ sein können. Eine Plattform für alle, die mal zeigen wollen, was wirklich an wilden, schönen, großen, kleinen, smarten Ideen in ihnen steckt. Für alle, die längst wissen, dass sie ihr kreatives Potential abseits des Jobs zum Tanzen bringen müssen. Ein neues werbeneutrales Ideenzuhause: Art statt Ads. Das ist SUPERKRAFT“, sagt Projektbetreuerin Heike Schmitt.

Superkraft Cover #1 Issue

Superkraft Cover #1 Issue

So, und jetzt kommt der wesentliche Part, den ich nicht nur super finde weil der Zeitungstitel meinem eigenen Blognamen ähnelt, sondern weil hier wirklich das kreative Dunkelkönnen hervorgeholt werden soll:

Für die erste Ausgabe können bis zum 15. Dezember 2010 Ideen an peng@superkraft.me eingeschickt werden: Illustrationen, Streetart, Siebdruck-Shirts, Strickmützen – eben nebenberufliches Kreativkönnen“, erklärt Teampartner Michael Füsslin.

Also Leute nich nur Bier trinken und schnacken, MACHEN!

Noch kurze Hintergrundinfo:

Am Ende wählt die Superkraft-Crew aus, welche Beiträge in der ersten, auf 300 Stück limitierten

Newspaper-Style-Ausgabe sind, die europaweit an Agenturen/Gallerien versendet und auf der Straße in

Szenevierteln verteilt wird.

www.superkraft.me

www.facebook.com/Superkraft

Ansprechpartnerin zum Projekt:

Heike Schmitt

heike@heyheyhey.de

Mobil: 0049.177.4812590



Streetart Hamburg


und wieder so ein Ding, welches ich wieder gefunden habe (siehe Stefan Strumbel Post).

Der Artikel über Hamburger Streetart erschien Anfang 2009 im X-Ray Magazin und sollte einen groben Überblick über Hamburgs urbane kreativ Szene geben.

Vermutlich sind mittlerweile einige Angaben veraltet. Ich hoffe ihr seht es mir nach.

Okay, here we go:

HanseART

Sie wirken wie ein offenes Buch und ein Geheimnis zugleich. Rund 375 Straßen allein in den Szenevierteln St. Pauli, Altona und Sternschanze bestechen durch eine bunte Landschaft voller urbaner Leinwände. Scheinbar täglich verändern sie ihr Antlitz. Google Streetview müsste wohl täglich neue Bilder machen, allein um der Aktualität willen. Streetart - ein pulsierender Subkultur Kosmos, der die Hansestadt in seinen Bann gezogen hat.


REBELZER on the run

REBELZER on the run

Es begann etwa im Jahr 2002, als der Reiz des illegalen Katz und Maus Spiels Hamburg gepackt hat. Menschen aus unterschiedlichsten sozialen Schichten teilten plötzlich alle ein gemeinsames Hobby: illegal und stets anonym ihre urbane Umgebung zu verschönern. Die Zahl der aktiven Künstler wuchs kontinuierlich und hat sich bis zum heutigen Tag zu einem stattlichen Kreativ Guerilla entwickelt. Insbesondere Hamburgs Mitte, insbesondere St.Pauli und die Sternschanze gilt als Haupt-Bewegungskanal der Szene. Im Vergleich zu anderen Großstädten ist sie hier zwar eher überschaubar, aber dennoch sehr umtriebig, vielseitig und mit großartigen Talenten gesegnet.

Los Piratos & Assoonas

Los Piratos & Assoonas

Die Künstler sind meist Grafik Designer, Selbständige, Studenten oder sogar auch Ärzte. Sie nutzen die Kunst als Ausgleich zum Alltag und verschaffen sich damit eine Balance zu ihrem akademischen Leben. Viele unter ihnen arbeiten im Kollektiv und sind heute weit über Hamburgs Grenzen bekannt. Ihre Techniken sind Stencils, Paste-Ups, Kacheln, Sticker oder Cut-Outs mit denen sie in Opposition zu überfluteten Werbeflächen gehen. Das Duo Los Piratos oder die ASA Crew gehören mit ihren aufwändigen Fliesen, Riesen Paste-Ups und Multi-Layer Stencils zu den Big Playern der Hamburger Szene und collagieren ganze Szenerien an Häuserwände. Auch die illegalen Werke von Funk 25, Tona, Obelisk oder Holzweg sind omnipräsent und auf dem Kunstmarkt mittlerweile heiß begehrt. Nicht selten werden von Sammlern ganze Wandteile herausgerissen oder gestaltete Kacheln abmontiert um als Objekt die Wand über ihrem Küchentisch zu zieren.

Funk 25

Funk 25

Streetart als Partyinstitution

Ein aktueller Trend ist die Zusammenarbeit der Akteure mit kleinen Galerien. Insbesondere die Assoonas Galerie von der ASA Crew, die Vicious Gallery an der Kleinen Freiheit oder das Heliumcowboy Artspace haben sich auf Streetart spezialisiert. Auch die Freiluftgallerie von der Kupferdiebe Crew, die seit Anfang 2008 Künstlern die Möglichkeit bietet ohne das Auge des Gesetzes im Nacken ihre Kunst im öffentlichen Raum zu zeigen, haben die Szene gepusht und der illegalen Kunstform zu einer juristisch korrekten Expression verholfen. Woolwill als Galerie und Shop kooperiert regelmäßig mit lokalen Künstlern und veranstaltet Partys. „Woolwill ist viel mehr als Streetart auf T-Shirts. Ich sehe es als Kulturellen Treffpunkt, als Begegnungsstätte für neue Freundschaften und kreativen Output.“, erklärt Marc Einsiedel, Inhaber der Woolwill Gallery. Aktuell lief eine Gruppenausstellung mit der Kingdrips Crew. Auf der Vernissage präsentierten sie ihre T-Shirts und kreierten ein großflächiges Fullpainting an der Außenfassade der Galerie. Dazu gab es Barbecue und Musik draußen vor dem Store.

Vicious Gallery

Vicious Gallery

Woolwill Gallery

Woolwill Gallery

Heliumcowboyartspace

Heliumcowboyartspace

Freiluftgalerie der Kupferdiebe

Freiluftgalerie der Kupferdiebe

Ein ähnliches Konzept verfolgt die so genannte Illegalerie, die vor 3 Jahren von einem Netzwerk an aktiven Künstlern entwickelt wurde. Gemeinsam wird ein Spot gesucht an dem sich die Künstler zu einem vereinbarten Zeitpunkt treffen und eine komplette Wand verschönern. Kommuniziert wird der Termin über virtuelle Galerien und Blogs wie beispielsweise www.humburgnews.blogspot.com, der als eine Art „Schwarzes Brett“ der gesamten Szene gesehen werden kann. Am nächsten Tag trifft man sich scheinbar zufällig mit Bier und Beatz zu einer Outdoor Vernissage. Für die überregionale Publikation von Terminen oder speziellen Veranstaltungen nutzen die Künstler Web-Portale wie www.reclaimyourcity.net, www.woostercollective.com oder www.iloveartbastard.com.

Illegalerie 2007 Image by Funk25

Illegalerie 2007 Image by Funk25

Die Krise fördert die Kreativität

Die Wirtschaftskrise hat nicht nur viele Unternehmen beeinflusst, sie hatte auch Auswirkungen auf Streetart. Werbeflächen blieben frei, Litfaßsäulen zeigten sich in weißem Gewand, das kam vielen Akteuren nur zu Gute. Rebelzer von der Kupferdiebe Crew hat sich die Misslage der Werbeagenturen zu nutzen gemacht. Seine Karikaturen von freundlichen Dudes prangen mittlerweile auf fast jeder unplakatierten Werbefläche in Hamburg. Sein ironischer Umgang mit der Krise hat das öffentliche Interesse auf sich gezogen, sodass seine Hobbykunst sich nun auch auf sein echtes Business, der Produktion von Schildern für Ladenlokale ausgewirkt hat. „Endlich kann ich in meinem Job auch das produzieren was ich aus Leidenschaft mache und bin nicht mehr gezwungen langweilige Schilder für altmodische Friseursalons zu produzieren. Jetzt wollen alle meine Dudes.“, so Rebelzer. Diese werden jetzt übrigens auch die Schilder für den so genannten Sankt Art, dem öffentlichen Kunstmarkt am Spielbudenplatz auf der Reeperbahn verzieren. Erstmalig in diesem Jahr haben Kreative und Kunstschaffende die Möglichkeit ihre Werke zu präsentieren und teilweise auch zu verkaufen. Auch wenn die Szene vergleichsweise noch relativ klein ist, steht eines fest: die hanseARTische Metropole pulsiert und lädt alle Liebhaber herzlich ein zu einem Gang durch ihre fantastische Welt der Freiluftkunst.

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REBELZER

REBELZER

und hier noch ein Paar wertvolle Links: