Update: Jo Fischer Photography

Das Los hat über den Werdegang des Berliner Fotografen Jo Fischer entschieden. Nach seiner Karriere als Rock‘n‘Roll-Sänger und Gitarrist hat er 2007 seine erste Kamera bei Ebay ersteigert. Mittlerweile gehört Jo Fischer zu den Big Playern unter Deutschlands Fotografen. Seit 2012 wohnt er in Hamburg. Seine Portrait Serien bilden nicht nur ab, sie schauen tiefer – in die Seele…

Jo Fischer. Fotograf.

Jo Fischer. Fotograf.



Bekannt wurde Jo Fischer im Jahr 2009 durch seine Serie “Herr Fischer bittet zu Tisch” – 1000 Menschen an einem Tisch, so hieß es damals.

1800 Menschen am Tisch bei Jo Fischer

1800 Menschen am Tisch bei Jo Fischer



Die Idee dazu entstand eigentlich eher zufällig. “Der Tisch sollte eigentlich auf den Sperrmüll. Plötzlich kam mir die Idee Portraits meiner Freunde und Nachbarn an diesem Tisch zu machen“, erzählt der Berliner.

Vom Wohnzimmer durch ganz Deutschland - "Herr Fischer bittet zu Tisch" Tour

Vom Wohnzimmer durch ganz Deutschland - "Herr Fischer bittet zu Tisch" Tour



Die Optik dieser Portraits war so einzigartig, dass sich der Freundeskreis schnell auf Freunde von Freunden ausweitete. Es folgte eine dreiwöchige Tischtour – 20 Städte in ganz Deutschland, von Hamburg bis München. “Ich war an einem Samstag im Münchner Hofbräuhaus, habe den Tisch zwischen  Weißwurst Verkäufer und Blasmusik aufgebaut und habe alle rangeholt die da waren – von Touristen bis Dirndl-tragende Stammgäste“.

Herr Fischer bittet zu Tisch - April 2012 - Deichtorhallen Hamburg

Herr Fischer bittet zu Tisch - April 2012 - Deichtorhallen Hamburg



Im April 2012 stellte Fischer im Rahmen der Langen Nacht der Museen seinen Tisch in den Hamburger Deichtorhallen auf. Eine Warteschlange aus 500 Menschen die alle an diesem Tisch fotografiert werden wollten. Geschafft hat er 120. Summa Summarum ist er jetzt bei 1800 Menschen an diesem einen Tisch.

Herr Fischer bittet zu Tisch from faust & heisler on Vimeo.


Dieses Video entstand in Zusammenarbeit mit dem Hamburger Filmteam Faust&Heisler. (ohne Knieschoner)

Fischers Portraitfotografie ist schonungslos und echt. Bildbearbeitung gibt es für ihn nicht. Eins seiner aktuellen und stetig wachsenden Projekte trägt den Namen Humans. Eine Serie von bislang 200 Menschen die alle die rechte Hand heben. “Raise up your right hand an be a human. No matter who and where you are.”

Humans by Jo Fischer

Roger Miret (Agnostic Front) by Jo Fischer



Jo Fischer - Humans Serie - Leica M9

Jo Fischer - Humans Serie - Leica M9



Jüngstes Projekt ist die Serie Urban Strangers.

Urban Strangers Portraitserie von Jo Fischer - mit Leica M9

Urban Strangers Portraitserie von Jo Fischer - mit Leica M9



Ein weiteres Projekt steht bereits in den Startlöchern und wird im Herbst 2012 in der Galerie Heliumcowboy in Hamburg zu sehen sein. (tba)

Jo Fischer fotografiert mit einer Leica M9.

Get in touch:

Jo Fischer Photography

www.jofischer.com

YIHA!

Blog

Instagram Tisch

Instagram Humans

Facebook (privat)

Facebook (page)

Booking: office@jofischer.com

Galerie & Art Sales:

Jörg Heikhaus

heliumcowboy artspace GmbH

Bäckerbreitergang 75
20355 Hamburg
www.heliumcowboy.com

hello@heliumcowboy.com

Streetart Hamburg

und wieder so ein Ding, welches ich wieder gefunden habe (siehe Stefan Strumbel Post).

Der Artikel über Hamburger Streetart erschien Anfang 2009 im X-Ray Magazin und sollte einen groben Überblick über Hamburgs urbane kreativ Szene geben.

Vermutlich sind mittlerweile einige Angaben veraltet. Ich hoffe ihr seht es mir nach.

Okay, here we go:

HanseART

Sie wirken wie ein offenes Buch und ein Geheimnis zugleich. Rund 375 Straßen allein in den Szenevierteln St. Pauli, Altona und Sternschanze bestechen durch eine bunte Landschaft voller urbaner Leinwände. Scheinbar täglich verändern sie ihr Antlitz. Google Streetview müsste wohl täglich neue Bilder machen, allein um der Aktualität willen. Streetart – ein pulsierender Subkultur Kosmos, der die Hansestadt in seinen Bann gezogen hat.


REBELZER on the run

REBELZER on the run

Es begann etwa im Jahr 2002, als der Reiz des illegalen Katz und Maus Spiels Hamburg gepackt hat. Menschen aus unterschiedlichsten sozialen Schichten teilten plötzlich alle ein gemeinsames Hobby: illegal und stets anonym ihre urbane Umgebung zu verschönern. Die Zahl der aktiven Künstler wuchs kontinuierlich und hat sich bis zum heutigen Tag zu einem stattlichen Kreativ Guerilla entwickelt. Insbesondere Hamburgs Mitte, insbesondere St.Pauli und die Sternschanze gilt als Haupt-Bewegungskanal der Szene. Im Vergleich zu anderen Großstädten ist sie hier zwar eher überschaubar, aber dennoch sehr umtriebig, vielseitig und mit großartigen Talenten gesegnet.

Los Piratos & Assoonas

Los Piratos & Assoonas

Die Künstler sind meist Grafik Designer, Selbständige, Studenten oder sogar auch Ärzte. Sie nutzen die Kunst als Ausgleich zum Alltag und verschaffen sich damit eine Balance zu ihrem akademischen Leben. Viele unter ihnen arbeiten im Kollektiv und sind heute weit über Hamburgs Grenzen bekannt. Ihre Techniken sind Stencils, Paste-Ups, Kacheln, Sticker oder Cut-Outs mit denen sie in Opposition zu überfluteten Werbeflächen gehen. Das Duo Los Piratos oder die ASA Crew gehören mit ihren aufwändigen Fliesen, Riesen Paste-Ups und Multi-Layer Stencils zu den Big Playern der Hamburger Szene und collagieren ganze Szenerien an Häuserwände. Auch die illegalen Werke von Funk 25, Tona, Obelisk oder Holzweg sind omnipräsent und auf dem Kunstmarkt mittlerweile heiß begehrt. Nicht selten werden von Sammlern ganze Wandteile herausgerissen oder gestaltete Kacheln abmontiert um als Objekt die Wand über ihrem Küchentisch zu zieren.

Funk 25

Funk 25

Streetart als Partyinstitution

Ein aktueller Trend ist die Zusammenarbeit der Akteure mit kleinen Galerien. Insbesondere die Assoonas Galerie von der ASA Crew, die Vicious Gallery an der Kleinen Freiheit oder das Heliumcowboy Artspace haben sich auf Streetart spezialisiert. Auch die Freiluftgallerie von der Kupferdiebe Crew, die seit Anfang 2008 Künstlern die Möglichkeit bietet ohne das Auge des Gesetzes im Nacken ihre Kunst im öffentlichen Raum zu zeigen, haben die Szene gepusht und der illegalen Kunstform zu einer juristisch korrekten Expression verholfen. Woolwill als Galerie und Shop kooperiert regelmäßig mit lokalen Künstlern und veranstaltet Partys. „Woolwill ist viel mehr als Streetart auf T-Shirts. Ich sehe es als Kulturellen Treffpunkt, als Begegnungsstätte für neue Freundschaften und kreativen Output.“, erklärt Marc Einsiedel, Inhaber der Woolwill Gallery. Aktuell lief eine Gruppenausstellung mit der Kingdrips Crew. Auf der Vernissage präsentierten sie ihre T-Shirts und kreierten ein großflächiges Fullpainting an der Außenfassade der Galerie. Dazu gab es Barbecue und Musik draußen vor dem Store.

Vicious Gallery

Vicious Gallery

Woolwill Gallery

Woolwill Gallery

Heliumcowboyartspace

Heliumcowboyartspace

Freiluftgalerie der Kupferdiebe

Freiluftgalerie der Kupferdiebe

Ein ähnliches Konzept verfolgt die so genannte Illegalerie, die vor 3 Jahren von einem Netzwerk an aktiven Künstlern entwickelt wurde. Gemeinsam wird ein Spot gesucht an dem sich die Künstler zu einem vereinbarten Zeitpunkt treffen und eine komplette Wand verschönern. Kommuniziert wird der Termin über virtuelle Galerien und Blogs wie beispielsweise www.humburgnews.blogspot.com, der als eine Art „Schwarzes Brett“ der gesamten Szene gesehen werden kann. Am nächsten Tag trifft man sich scheinbar zufällig mit Bier und Beatz zu einer Outdoor Vernissage. Für die überregionale Publikation von Terminen oder speziellen Veranstaltungen nutzen die Künstler Web-Portale wie www.reclaimyourcity.net, www.woostercollective.com oder www.iloveartbastard.com.

Illegalerie 2007 Image by Funk25

Illegalerie 2007 Image by Funk25

Die Krise fördert die Kreativität

Die Wirtschaftskrise hat nicht nur viele Unternehmen beeinflusst, sie hatte auch Auswirkungen auf Streetart. Werbeflächen blieben frei, Litfaßsäulen zeigten sich in weißem Gewand, das kam vielen Akteuren nur zu Gute. Rebelzer von der Kupferdiebe Crew hat sich die Misslage der Werbeagenturen zu nutzen gemacht. Seine Karikaturen von freundlichen Dudes prangen mittlerweile auf fast jeder unplakatierten Werbefläche in Hamburg. Sein ironischer Umgang mit der Krise hat das öffentliche Interesse auf sich gezogen, sodass seine Hobbykunst sich nun auch auf sein echtes Business, der Produktion von Schildern für Ladenlokale ausgewirkt hat. „Endlich kann ich in meinem Job auch das produzieren was ich aus Leidenschaft mache und bin nicht mehr gezwungen langweilige Schilder für altmodische Friseursalons zu produzieren. Jetzt wollen alle meine Dudes.“, so Rebelzer. Diese werden jetzt übrigens auch die Schilder für den so genannten Sankt Art, dem öffentlichen Kunstmarkt am Spielbudenplatz auf der Reeperbahn verzieren. Erstmalig in diesem Jahr haben Kreative und Kunstschaffende die Möglichkeit ihre Werke zu präsentieren und teilweise auch zu verkaufen. Auch wenn die Szene vergleichsweise noch relativ klein ist, steht eines fest: die hanseARTische Metropole pulsiert und lädt alle Liebhaber herzlich ein zu einem Gang durch ihre fantastische Welt der Freiluftkunst.

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REBELZER

REBELZER

und hier noch ein Paar wertvolle Links: Continue reading